Schüler des Gymnasiums beteiligen sich am Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten

„Das Wundervolle ist, dass wir alle selber Geschichte sind und Geschichte machen“, fasste Efecan Günes, 14-jähriger Schüler am Gymnasium Alfeld, seine Motivation und seine Erfahrungen aus dem Geschichtswettbewerb zusammen.

Mit insgesamt sechs Beiträgen nahm das Gymnasium Alfeld in diesem Jahr am Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten teil, der dieses Mal unter dem Thema „So geht’s nicht weiter. Krise, Umbruch, Aufbruch“ stand.

Krisen sind heute allgegenwärtig. Was machten Krisen aber in der Geschichte mit Menschen? Vor allem jedoch wie gingen Menschen in der Vergangenheit mit krisenhaften Situationen um und welche Perspektive eröffnet das für die Gegenwart?

Mit solchen Fragen beschäftigten sich seit September neun Schülerinnen und Schüler am Gymnasium Alfeld und gingen sechs Monate lang auf Spurensuche in ihrer eigenen Region oder in der eigenen Familie.

So forschte Hanna Musial aus der 10. Klasse im Stadtarchiv und im Gespräch mit Zeitzeugen über das Schicksal von Zwangsarbeitern in Alfeld, während der Achtklässler Frederick Droba sich auf die Spuren seines Ururgroßvaters begab, der vor knapp 100 Jahren seine Heimat verließ und in Campemoor ein Dorf mitbegründete. Milena Pfohl aus der 7. Klasse hingegen war an die Stasi-Akte ihrer Familie gekommen und konnte die sieben Ausreiseanträge nachzeichnen, die ihrer Großeltern Anfang der 80er Jahre in der DDR gestellt hatten.

Mit der Geschichte der eigenen Schule befassten sich mit Efecan Günes und Annika Haase gleich zwei Schüler, die beide auch bereits vor zwei Jahren schon am Geschichtswettbewerb teilgenommen hatten. Efecan, der im Schularchiv einem Umschlag mit der Aufschrift „Rebellische Schüler“ gefunden hatte, beschäftigte sich ausgehend von einer kritischen Ausgabe der Schülerzeitung mit der 68er Revolte und ihren Folgen. In seinem gut 30-minütigen Film mit dem Titel „Revolution in Alfeld?! Die 68er in einer finsteren Provinz“ lässt er sowohl ehemalige Schüler als auch ehemalige Lehrer zu Wort kommen, so dass ihm ein multiperspektivischer Beitrag über die Schulgeschichte gelungen ist.

Annika aus der 11. Klasse hingegen setzte zehn Jahre später an und erforschte den Konflikt um den ehemaligen Kunstlehrer Norbert Hörmann, der im Kommunistischen Bund Westdeutschlands aktiv war und in den Schuljahren 1976/77 und 1977/78 das Gymnasium Alfeld öffentlich als Schulgefängnis und Zuchthaus bezeichnete und mit allerlei Polemik gegen das Notensystem ankämpfte, bevor er letztlich aus dem Dienst entfernt wurde.

Ein besonders eindrucksvoller und emotional berührender Beitrag ist der 12-jährigen Jette Wagener aus dem 7. Jahrgang gelungen. Ohne genaue Kenntnisse ihrer Familiengeschichte konnte sie selbstständig vieles herausfinden, was vorher anderen Familienmitgliedern über Jahr¬zehnte nicht gelungen war und was sonst von den Zeitzeugen mit ins Grab genommen worden wäre. Erst Jette gelang es, ihre Großmutter und deren Schwester zu Gesprächen zu bewegen und den Leidensweg ihrer jüdischen Urgroßmutter im Nationalsozialismus nachzuzeichnen. Auch wenn immer noch einzelne Puzzle-Teile fehlen, ist Jettes Arbeit deutlich anzumerken, dass der Nationalsozialismus eben kein „Vogelschiss“ in der Geschichte ist, sondern konkrete Auswirkungen auf die Menschen dieses Landes hat, die dieses Themas nicht überdrüssig sind.

„Geschichte zu erforschen, ist umso wichtiger, um aus Fehlern zu lernen, damit wir irgendwann in einer besseren Gesellschaft leben“, betonte auch Efecan Günes die Bedeutung einer solchen Spurensuche. Vor zwei Jahren, als das Gymnasium Alfeld mit einem Bundespreis, zwei Landespreisen und einem Förderpreis sehr erfolgreich abgeschnitten hatte, gehörte er auch zu den Preisträgern des Geschichtswettbewerbs.

Unterstützt wurde die Arbeit in der GeschichtsAG auch in diesem Jahr finanziell durch den „Verein der Eltern und Freunde des Gymnasiums Alfeld“.


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