Liebe Leserinnen und Leser,

genau vor einem Jahr habe ich an dieser Stelle die Abordnungen an andere Schulen dargestellt und über die Verwaltung unseres internen fachlichen Mangels berichtet. Denn trotz Neueinstellungen blieben im zweiten Halbjahr 2017/18 einige Engpässe erhalten, waren einzelne Fachbereiche unterversorgt. Dies stellt sich in diesem Jahr glücklicherweise ganz anders dar! Schon zu Beginn des Schuljahres lag unsere Unterrichtsversorgung annähernd bei 100 %, musste Fachunterricht nicht gekürzt werden und für das zweite Halbjahr sieht es sogar noch besser aus. Um die Gymnasien langfristig auf G9 vorzubereiten und für das Schuljahr 2020/21, das Jahr des ersten „neuen“ 13. Jahrgangs, mit genügend Lehrerstunden zu versorgen, sind ihnen schon im Vorfeld diverse Stellen zugewiesen worden. Bei uns am Gymnasium Alfeld waren dies drei Stellen, die wir alle erfolgreich besetzten konnten. Somit sind wir für das zweite Halbjahr 2018/19 in der komfortablen Lage, große Lerngruppen teilen zu können und weiteren Förderunterricht anzubieten. Und mit der guten Unterrichtsversorgung können wir noch einem selbst gesteckten Ziel und versuchen, einer verständlichen Forderung aus der Elternschaft nachkommen: Unterrichtsausfall gerade in den Klassen 5 und 6 durch Vertretungs- bzw. Differenzierungsstunden noch besser abzufedern und damit Ausfall weitestgehend zu kompensieren. Die Planungen diesbezüglich laufen, sind aber noch nicht abgeschlossen. Auch über kollegiale Hospitation und Team-Teaching haben wir bereits nachgedacht und können interessanterweise genau diese Anregung der Presse des neuen Jahres entnehmen. Der OECD-Bildungsexperte Andreas Schleicher, der seit 2002 die internationalen Pisa-Studien koordiniert, fordert, gegenseitige Unterrichtsbesuche zu ermöglichen. Damit wären ein fachlicher Austausch und eine Art permanente „interne Fortbildung“ möglich. Auch wenn ich für unser Gymnasium nicht bestätigen würden, dass „Lehrer viel zu oft wie Fließbandarbeiter behandelt werden“ oder „Einzelkämpfer“ sind (Schleicher am 02.01.2019), lässt unser niedersächsisches Bildungssystem grundsätzlich die oder den Einzelne/n in der Verantwortung, sind Strukturen für z.B. Teamarbeit wenig implementiert und der Fantasie und auch dem Gestaltungswillen der einzelnen Schule überlassen. Kollegialer Austausch ist dahingegen auf Betreiben der Kollegien viel weiter entwickelt und beschränkt sich nicht nur auf das gemeinsame Konzipieren von Klassenarbeiten. Viele Kolleginnen und Kollegen bereiten ganze Unterrichtsreihen gemeinsam vor, pflegen einen intensiven fachlichen und auch didaktischen Austausch und scheinen damit, neben der spürbaren Qualitätsentwicklung von Unterricht, auch eigene Belastungen durch das fachliche Korrektiv abzufedern. Hier kann man nur sagen: Weiter so!

Dem Anspruch der Qualitätsentwicklung wird auch unsere schulinterne Lehrerfortbildung am 04.02.2019 gerecht, bei der wir in einzelnen Arbeitsgruppen zu Themen der schulischen Qualitätsentwicklung arbeiten und unsere schulischen Strukturen weiter entwickeln. Eltern und auch Schülerinnen und Schüler sind explizit aufgerufen, sich an dieser Arbeit zu beteiligen, die konzeptionell durch einen Schulentwicklungsberater der Niedersächsischen Landesschulbehörde begleitet wird. 

Bis dahin hält der Januar wie gewohnt die letzten Nachschreibtermine und Zeugniskonferenzen bereit, bis es dann schon wieder in die kurzen Zeugnisferien und das zweite Halbjahr geht.

Ich wünsche der Schulgemeinschaft auf diesem Wege nochmals alles erdenklich Gute für das neue Jahr und dass alle ihren selbst gesteckten Zielen näher kommen.

Ihr Michael Strohmeyer

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

das Jahr neigt sich dem Ende entgegen und die Schulpolitik wartet mit einigen Schlagzeilen auf, die belegen, dass sich Einiges bewegt. Die Richtungen, die vorgegeben werden, müssen dabei wohlwollend, aber auch kritisch betrachtet werden. Dies gilt im Besonderen für Verlautbarungen aus der Presse oder von Verbänden, die gerne für eigene Klientel-Politik genutzt werden. Zum Glück ist die Internetpräsenz des Kultusministeriums ebenso lückenlos und gibt detailliert Aufschluss über zukünftige Linien der Bildungspolitik in Niedersachsen (http://www.mk.niedersachsen.de).

Der Minister hat dankenswerter Weise anerkannt, dass die Abiturkorrektur an Gymnasien „zeitintensiv“ ist und eine „große Herausforderung“ darstellt. Zwecks effektiver Entlastung ist deshalb ein Austausch von Abiturarbeiten, zwischen einzelnen Schulen – in einzelnen Fächern, für 2019 ausgesetzt. Dieser Schritt ist sehr zu begrüßen, verhindert er doch wirkungsvoll einen zusätzlichen organisatorischen Aufwand, der zudem zu nicht unerheblichen Mehrkosten führt. Auch die Idee, Kolleginnen und Kollegen für die Korrekturtätigkeit freizustellen, ist ein sinnvoller, wenn auch kein neuer Vorschlag. Schon immer haben Schulleitungen eigenständig entschieden, in Einzelfällen besonders belasteten Kolleginnen oder Kollegen einen Korrekturtag einzuräumen, wohlwissend, dass auch dieser nur einen Tropfen auf den heißen Stein darstellt. Denn: Eine Erstkorrektur nur EINER Schülerarbeit nimmt schnell einen Umfang von sechs Stunden an. Bei einem durchschnittlichen Kurs von 20 Schüler*innen kann man sich ausrechnen, wie hoch die Gesamtbelastung ausfällt (geschätzte 120 Stunden), die neben dem Alltagsgeschäft nachts und am Wochenende zu bewältigen ist. Dass der normale Kursunterricht des Abiturjahrgangs, vier Stunden, in dieser Zeit ausfällt, vermag da nur wenig Belastung auszugleichen.

Eine Entlastung ist an dieser Stelle also nicht nur wünschenswert, sie ist notwendig und längst überfällig. Dies hat der Minister anerkannt und Korrekturtage in die Diskussion eingebracht. „Lehrkräfte mit Korrekturen im schriftlichen Abitur können dann zukünftig von ihren Schulleitungen für die Korrekturtätigkeit freigestellt werden“ (MK). Sollten diese Korrekturtage wirklich im notwendigen Umfang zugestanden werden, darf man allerdings nicht in die Versuchung geraten, den dann ausfallenden Unterricht vollständig den anderen Kolleginnen und Kollegen aufbürden zu wollen. Denn erstens ist die Mehrheit der Kolleginnen und Kollegen selbst in Korrekturen gebunden, oder übernimmt ein Korreferat, und es ist zweitens stundenplantechnisch oftmals gar nicht möglich, sie in unbesetzten Unterricht zu verplanen. Hier muss also eine andere Lösung gefunden werden, die weder zulasten der Korrigierenden ausfällt noch auf dem Rücken der Schüler/innen ausgetragen wird. Man denke nur an die Erteilung von Zeugnisnoten, die in die gleicher Zeitspanne fällt. Sollen diese vorher feststehen? Soll der oder die Übernehmende die Abschlusszensuren erteilen? Was wäre mit noch zu schreibenden Klassenarbeiten oder Klausuren? Man ist geneigt, hier eine „Mogelpackung“ zu wittern, die den schwarzen Peter wiederum den Schulleitungen zuschiebt. Diese hätten nämlich über zusätzlichen Unterrichtseinsatz oder Unterrichtsausfall zu entscheiden und diese Entscheidung vor Kollegium und Elternschaft zu vertreten.

Dies muss man entschieden ablehnen. Hier muss das Ministerium klare Vorgaben machen, wie Entlastung geschaffen werden kann, ohne dass zu viel Unterricht in vom Abitur nicht betroffenen Lerngruppen ausfällt und ohne dass eine unzumutbare Mehrbelastung von Lehrkräften, „die im Abiturjahrgang freigestellt werden und keine Abiturprüfungen haben“ (MK), entsteht.

Die Vorweihnachtszeit bleibt also spannend.

Schon in wenigen Tagen werden am 13. und 14. Dezember unsere beiden Weihnachtskonzerte gegeben, die Sankt Nicolai wieder vollständig mit Musikbegeisterten füllen werden. Und nebenbei ist es uns gelungen, alle drei ausgeschriebenen Stellen zu besetzen und wir werden sogar eine weitere Beförderungsstelle A 14 im Januar ausschreiben dürfen.

Somit kann das Jahr 2018 für das Gymnasium Alfeld ganz zufriedenstellend ausklingen und wir blicken gespannt auf 2019. Vor allem auf das, was uns die Kultuspolitik an Neuem bringen wird.

Im Namen der Schulleitung wünsche ich der Schulgemeinschaft ein frohes und friedliches Weihnachtsfest und uns allen, dass unsere Wünsche für das neue Jahr mindestens ein klein wenig in Erfüllung gehen.

Ihr Michael Strohmeyer

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