Liebe Schulgemeinschaft,

wie befinden uns entgegen aller Erwartungen, Hoffnungen und Befürchtungen immer noch im Szenario C, unwissend, ob vor den Osterferien überhaupt weitere Jahrgänge in Präsenz beschult werden dürfen. Die berechtigte Hoffnung, ab März in einen etwas weiter geöffneten Schulbetrieb eintreten zu dürfen, wurde bisher nicht erfüllt.

Der Spiegel Nr. 9 vom 27. Februar titelt: „Das erschöpfte Land“ – gilt dies inzwischen auch für die Schulen? Wir haben uns an den Distanzunterricht gewöhnt, an einen eigenen Rhythmus und gänzlich andere Belastungen, sowohl im privaten als auch im beruflichen Kontext.

Und dennoch lernen wir täglich dazu, müssen um- und gegensteuern. Nach einigen Rückmeldungen zur Umsetzung und zum Gelingen des Distanzlernens und ausschnitthafter Darstellung in der Presse haben wir zum zweiten Mal Umfragen zum Distanzunterricht durchgeführt. Diese sind nunmehr innerhalb der Schülerschaft und des Kollegiums abgeschlossen und werden ausgewertet. In welcher Form der Schulgemeinschaft die Ergebnisse dargestellt werden, ist noch zu klären. Doch schon jetzt ist erkennbar, dass die Betroffenen grundsätzlich und nahezu 100prozentig mit den uns zur Verfügung stehenden technischen Möglichkeiten vertraut sind, auch wenn die Module, die unser System aufweist, unterschiedlich genutzt werden. Wir werden wiederum an einigen Stellen nachschärfen und für mehr Verbindlichkeit sorgen, ohne in die pädagogische Verantwortung der Kolleginnen und Kollegen einerseits noch in die Tagesgestaltung der Schülerinnen und Schüler andererseits zu stark einzugreifen.

Alle, vor allem auch die Eltern, sind weiterhin aufgefordert, Rückmeldungen zu äußern, aber auch ein wenig Geduld bei der Umsetzung weiterer Feinjustierungen aufzubringen. Diese müssen auch wir aufbringen und wir werden täglich gefragt, wie es denn nun weitergeht.

Alle hoffen auf eine tragfähige und für Wochen/Monate gültige Entscheidung der Landespolitik.

Denn: Es gibt inzwischen durchaus Befürchtungen, dass wir uns bereits so sehr an die Situation gewöhnt haben, dass eine Rückkehr zur Normalität immer schwieriger werden könnte. Zurzeit wird in halben Lerngruppen unterrichtet, ist das Gebäude nahezu menschenleer. Soziale Spannungen, die naturgemäß in größeren Gruppen auftreten müssen, sind komplett in den häuslichen Kontext verlagert und führen dort zu Situationen, die die familiäre Gemeinschaft belasten und Auswirkungen auf den schulischen Bereich zu befürchten sind.

Nicht nur wir, auch unsere Klientel hat sich an einen eigenen Rhythmus gewöhnt, eine veränderte Lernumgebung und die Rückkehr wird für alle eine gewisse Umstellung und Neuorientierung bedeuten. Von möglichen befürchteten Lerndefiziten einmal abgesehen.

Daher ist es so wichtig, dass die Rückkehr der Schülerschaft in die Schulen bald vollzogen wird, bevor die durch den Spiegel diagnostizierte Erschöpfung auch in der Schule Raum greift. Eine Hinhaltetaktik, das Fahren auf Sicht und behutsames, gar ängstliches Nachsteuern greifen nicht mehr und müssen nun einer langfristigen und verbindlichen Planung weichen.

Wir wollen und müssen weiterplanen, gestalten, agieren … und nicht nur verwalten, uns im Kreis drehen und reagieren. Daher wagen wir auch Präsenzveranstaltungen wie Zeugniskonferenzen, den Schulvorstand oder eine Dienstbesprechung, immer unter strikter Einhaltung aller nur möglichen Schutzmaßnahmen und der digitalen Zuschaltung von z.B. vulnerablen Personen. Auch eine Gesamtkonferenz wird es in diesem Schuljahr geben, da wichtige Entscheidungen nicht weiter aufgeschoben, sondern abgestimmt werden müssen. Und die Erfahrungen haben inzwischen eines gezeigt: Digitale Ersatzformate können eine Zeit lang funktionieren, aber sie ersetzen nicht die direkte, kritische Diskussion.

Zurzeit laufen bereits die Abiturvorbereitungen an, denn die Abiturient*innen müssen informiert, Prüfungsmodalitäten müssen geklärt und Räume vorbereitet werden. Alles unter den Vorzeichen der möglichen Rückkehr weiterer Jahrgänge und der Organisation der bestmöglichen Prüfungsbedingungen für unseren Abschlussjahrgang.

Die Vorgaben für das Abitur wurden behördlicherseits bereits angepasst und flexibilisiert. Dies bedeutet z.B., dass die Prüfer*innen im Vorfeld in die Auswahl von Prüfungsaufgaben eingebunden sind und eine kursspezifische Auswahl treffen dürfen. Das Abitur wird dadurch weder leichter noch schwerer als in den Vorjahren, aber es wird noch mehr auf die tatsächlich unterrichteten Inhalte und Kompetenzen ausgerichtet. Niemand soll mit dem Makel eines vermeintlich leichteren „Corona-Abiturs“ die Schule verlassen, es soll aber auch niemand Nachteile durch die bisherige Situation haben und womöglich unverschuldet scheitern.

Wir werden unser Bestes geben, die Öffnung der Schule zu gestalten und garantieren, soweit es in unserer Zuständigkeit liegt, für die größtmögliche Sicherheit in unserem Gebäude.

Denn wenn wir eines in dieser Krise gelernt haben, dann ist es neben der Gestaltung des Distanzlernens die konsequente Umsetzung notwendiger Hygiene- und Schutzmaßnahmen.

Nun muss nur noch die Politik das Ihrige tun, damit Kinder und Heranwachsende wieder zur Schule kommen dürfen. Möglichst noch vor den Osterferien.

Michael Strohmeyer


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