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  • Das neue Plakat wirbt für die Junior-Akademie 2013

Das Niedersächsische Schulgesetz fordert, dass das Schulwesen „eine begabungsgerechte individuelle Förderung ermöglichen“ solle, und stellt dann explizit fest: „Auch hochbegabte Schülerinnen und Schüler sollen besonders gefördert werden“ (NSchG § 54).
Daher haben Schüler und Eltern das Recht und Lehrer die Verpflichtung, Kinder mit besonderen Begabungen oder Talenten zu fördern und zu fordern – dies gilt in besonderem Maße für das Gymnasium Alfeld, da es das einzige Gymnasium in der Region darstellt.


Mögliche Verhaltensmerkmale von (Hoch-) Begabten

Neben einer intellektuellen (Hoch-) Begabung, bei der das abstrakt-logische Denken in einem oder mehreren Fächern besonders ausgeprägt ist, gibt es verschiedene besondere Begabungen wie musische, künstlerische, praktisch-instrumentelle, sportliche oder soziale.
Werden Begabungen von Bezugspersonen erkannt, können mögliche Verhaltensmerkmale von (Hoch-)Begabten sein:

  • besondere Flexibilität im Denken; Finden neuer, origineller Ideen (Querdenker),
  • hervorragende Gedächtnisleistungen,
  • großes Detail- und Faktenwissen,
  • ausgeprägtes, anhaltendes Neugierverhalten mit dem Bestreben, Fragen und thematische Zusammenhänge in möglichst vielen Facetten zu durchdringen,
  • breites Interessenspektrum sowie hervorragendes Verständnis von Problem-stellungen und Sachverhalten,
  • hoher Anspruch an sich selbst und andere; großer Perfektionismus bei motivierenden Aufgaben,
  • Fähigkeit, problemlos und selbstverständlich vorauszudenken und Modelle zu entwickeln,
  • gute Fähigkeit zu planen, zu strukturieren und zu organisieren,
  • Abneigung gegen Routineaufgaben und Wiederholungen,
  • hohes Sprachniveau,
  • starker Gerechtigkeitssinn, hohe moralische Ansprüche,
  • hohe Sensibilität (evtl. große Verletzlichkeit gegenüber der Kritik anderer),
  • besonderer Sinn für Humor, Situationskomik und Ironie.

Werden Begabungen von Bezugspersonen allerdings nicht erkannt, kann es zu Leistungsversagen und –verweigerung (Minderleistung oder Underachievement) aufgrund von Unterforderung bzw. fehlender Herausforderung kommen. Das potentiell (hoch-) leistungsfähige Kind zeigt sich möglicherweise angepasst und unauffällig oder aber lustlos und desinteressiert, evtl. sogar aggressiv.


Begabung und Leistung

Man geht bei der Feststellung von Begabungen nicht von einer rein statischen Intelligenzdefinition, sondern von einer stärker entwicklungsorientierten Position aus: Ein Kind wird nicht als (hoch-) begabt geboren, sondern es entwickelt (hoch-) begabtes Verhalten.

Auf die angeborenen unterschiedlichen Begabungen wirken verschiedene Persönlichkeitsmerkmale (Stressbewältigung, Leistungsmotivation u. a.) sowie verschiedene Umweltmerkmale (familiäre Lernumwelt, Familienklima, de-/motivierender Unterricht, Klassenklima, u. a.) ein, so dass sich (hoch-)begabtes Verhalten möglicherweise entwickeln kann.

Die Schule ist mit ihren Angeboten somit einer von mehreren Faktoren, die Einfluss darauf haben, ob und wie Begabungen in (Hoch-)Leistungen umgesetzt werden können.

Diagnose

Daher gilt für Niedersachsen, dass die Feststellung einer Hochbegabung „durch gezielte systematische Beobachtungen und Untersuchungen in Lernsituationen“ erfolgt, ggf. ergänzt auch durch psychologische Tests (Erlass d. MK zur Einrichtung von Kooperationsverbundes „Hochbegabung fördern“, Mitteilung des MK, SVBl. 2006, S. 246).


Angebote der Schule

Da es aufgrund dieser entwicklungsorientierten Position zur Feststellung von besonderen Begabungen nicht die eine Hochbegabung und nicht das eine hochbegabte Kind an sich geben kann, muss Schule so organisiert werden, dass (hoch-)begabte Schülerinnen und Schüler möglichst viele Begabungen auch in Leistungen umsetzen können. D. h. Schule und Unterricht müssen letztlich offener und individueller werden. Eine individuell ausgerichtete Schule, die vom jeweiligen Lerntempo der Schülerinnen und Schüler ausgeht, ist eine inklusive Schule.

Das Gymnasium Alfeld befindet sich seit 2003 gemeinsam mit den Grundschulen Bürgerschule, Dohnser Schule, Grundschule Föhrste und Grundschule Freden in einem Kooperationsverbund zur Hochbegabtenförderung.

Begabungen und besondere Fähigkeiten sollen frühzeitig erkannt und gefördert werden. Zudem ist es das Ziel, eine durchgängige kontinuierliche schulische Förderung über den Schulwechsel hinweg zu ermöglichen. Ein Schritt auf diesem Weg sollen auch die gemeinsamen Forschertage sein, die im Juni 2013 erstmals Grundschülern und Gymnasiasten die Gelegenheit gegeben haben, ein Problem miteinander zu lösen.

Das Gymnasium Alfeld bemüht sich, seinen Schülerinnen und Schülern mit besonderen Begabungen jeweils individuelle Angebote zur Förderung zu machen. Solche Angebote können inklusive Angebote sein, z. B.

  • die Anregung von Sonderleistungen oder besonderen Lernleistungen innerhalb des Unterrichts (Binnendifferenzierung),
  • (fachspezifische) Akzeleration durch Überspringen: Verkürzung der Schulzeit, Teilnahme am Unterricht höherer Schuljahrgänge (in einzelnen Fächern bzw. für begrenzte Phasen oder zur Probe),

Solche Angebote können auch exklusive Angebote sein, z. B.

  • Förderung der Teilnahme an (schulischen) Zusatzangeboten (AGs, außerschulische Lernpartner o. a.),
  • Teilnahme an Wettbewerben,
  • Teilnahme an Exkursionen, Sozialpraktika, Schülerfirmen,
  • Teilnahme an Juniorakademien/Schülerakademien,
  • besondere Auslandsaufenthalte,
  • Früh-/Juniorstudium.

Literaturhinweis: Informationsbroschüre des Niedersächsischen Kultusministeriums

Dirk Lürssen
Koordinator der Begabtenförderung am Gymnasium Alfeld


  • Forschertag 2013

    Schülerinnen und Schüler der Grundschulen und des Gymnasiums Alfeld versuchen gemeinsam, beim Forschertag 2013 aus (ungekochten) Makkaroni eine möglichst tragfähige Brücke zu konstruieren

  • JuniorAkademie Loccum

    Niklas präsentiert den Besuchern am letzten Tag der JuniorAkademie seine Ergebnisse. Niklas hat im Oktober 2012 eine Woche lang am Kurs „Veränderung von Landschaft und natürlicher Vielfalt durch den Energiehunger des Menschen“ teilgenommen.

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