Liebe Schulgemeinschaft,

verehrte Leserinnen und Leser,

der heiße Sommer hat auch das Gymnasium Alfeld voll im Griff, sodass für die ersten beiden Tage nur Unterricht am Vormittag stattfinden konnte und der Nachmittagsunterricht sicherheitshalber gestrichen wurde. Das Gebäude hat sich über die Sommerferien dermaßen aufgeheizt, dass auch mit frühmorgendlichem aktiven Gegenlüften in den Klassen- und Fachräumen nur halbwegs erträgliche Temperaturen zu erzielen waren. Die Wetteränderung hat nun ein bisschen zur Abkühlung beigetragen, sodass in unseren Räumlichkeiten nunmehr annehmbare Bedingungen zum Lernen und Leben vorzufinden sind. Sollte die Notwendigkeit entstehen, aufgrund der Raumtemperaturen hitzefrei zu geben, dürfen die Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 – 10  gegebenenfalls nach der vierten Stunde nach Hause fahren. Eine Betreuung in der Schule ist in jedem Fall sichergestellt – auch wenn kein regulärer Unterricht stattfindet. 

Am zweiten Schultag konnten wir knapp 120 neue Fünftklässler bei uns einschulen, die in den ersten Tagen von den Klassenleitungsteams betreut werden und gemeinsame Klassenfindungstage erleben dürfen. Weiterhin werden die Schülerinnen und Schüler intensiven durch ihre Paten aus höheren Jahrgängen begleitet, die mit ihnen z.B. auch den Weg zum Bus über. Zum ersten Mal haben wir für diesen Jahrgang eine Sicherheitsschulung durch den ADAC eingerichtet, in der sie das regelrechte Verhalten im Straßenverkehr üben und auf etwaige Probleme vorbereitet werden.

Mit den neuen Fünftklässlern beschulen wir nunmehr knapp 1000 Schülerinnen und Schüler im Gymnasium Alfeld. Abweichend von den letzten eher pessimistischen Pressemitteilungen bezüglich der Lehrerversorgung in Niedersachsen können wir für unsere Schule feststellen, dass zum einen alle frei werdenden Stellen besetzt werden konnten und zum zweiten weitere Abordnungswünsche an uns nicht herangetragen wurden. Das bedeutet, dass wir nicht nur den Pflichtunterricht komplett erteilen, sondern auch ein reichhaltiges AG-Angebot vorhalten können.

In diesem Schuljahr wird es zudem weitere Renovierungs- und Aktualisierungsarbeiten im Gymnasium geben. Nicht nur das W-LAN muss und wird komplett neu aufgestellt werden, auch das Sporthallendach wird zurzeit saniert und auf dem Schulhof werden in einem zweiten Bauabschnitt die Lichtschächte mit Gittern abgedeckt, da der Zaun vor diesen Schächten marode ist. In der Aula verfügen wir nunmehr über eine moderne Lichtanlage und ebenso ist die große Leinwand erneuert worden.

Über alle weiteren Neuerungen, die Änderungen im Personal sowie alle relevanten Termine werden wir Sie im neuen gymfo informieren, dass in ca. vier Wochen druckfertig sein wird.

Ein Aufruf soll schon an dieser Stelle erfolgen: Die Cafeteria sucht dringende Verstärkung, da uns mit Abschluss des letzten Schuljahres auch an dieser Stelle Mitarbeiter verlassen haben und mit der Öffnung in der zweiten großen Pause der Personalbedarf größer geworden ist. Falls Sie also einen Vormittag, oder auch mehrere, in der Woche Zeit haben oder jemanden kennen, der gerne im Team der Cafeteria mitarbeiten möchte, melden Sie sich bitte unverbindlich im Sekretariat.

Wir freuen uns auf das kommende Schuljahr und die Arbeit mit den neuen Schülerinnen und Schülern und freuen uns auf eine aktive Unterstützung und Begleitung durch Eltern, Angehörige und Interessierte!

Ihr Michael Strohmeyer

Liebe Schulgemeinschaft,

ein Sprichwort sagt, dass neue Besen gut kehren. So sind mit dem Arbeitsbeginn der neuen GroKo wieder einige Ideen in der Bildungspolitik ins Gespräch gekommen, die zwar nicht neu sind, aber immer mal wieder zur Profilierung genutzt werden und die den Schulen weitere Anforderungen stellen und Aufgaben übertragen möchten.

Dass die digitale Bildung und Medienerziehung vollständig dem Bildungssystem zugewiesen werden, versteht sich dabei von selbst. Eine „digitale Bildungsoffensive“[1] soll die Schulen vor allem mit digitaler Technik ausstatten, als ob dieses das einzige Mittel der Wahl wäre. Dabei wird leider schnell übersehen, dass Kollegien geschult werden müssen, dass die Administration von Systemen geklärt werden muss und neben der sächlichen Ausstattung vor allem viel Geld in Knowhow und personelle Ausstattung fließen müsste. Vergessen sollte man aber weiterhin nicht, dass die Schüler/innen mit einer respektablen Vorbildung in die (weiterführende) Schule kommen, die meisten bereits ein Smartphone besitzen und so z.B. WhatsApp verwenden. Vor einigen Jahren wurde einmal ein „Elternführerschein“ diskutiert, der Eltern zur Erziehung ihrer Kinder befähigen und dies zertifizieren sollte. Nun muss auch die Frage erlaubt sein, wann eigentlich die digitale Bildung ansetzen soll und ob es alleinige Aufgabe der Bildungseinrichtungen sein kann, „digital natives“ aus Elternhand zu übernehmen und vorgeprägte Muster digitaler Nutzung in neue Bahnen zu lenken, Schutzräume zu definieren und Verbote durchzusetzen.

In diesem Zusammenhang ist zusätzlich, wieder einmal, das Fach „Erziehung“ auf den übervollen Büchertisch der Bildungspolitik geworfen worden. Auch hier fragt man sich, ob dies alleinige Aufgabe der Schulen sein kann, ob diese nicht schon in den Elternhäusern beginnen sollte und in der Schule entsprechend weitergeführt wird – oder auch einmal gegengesteuert werden muss. Erziehung findet in der Schule beständig statt, im Unterricht, in den Pausen, auf Exkursionen, Klassenfahrten und allerkleinsten Handlungssituationen. Eines zusätzlichen Faches bedarf es daher nicht. Eine grundsätzliche Abstimmung der Leitlinien von Erziehung mit den Erziehungsberechtigten wäre ein Ansatz, der die Erziehungsarbeit in Schule durchaus entlasten würde. Wenn der 16-jährige Schüler zu Hause angeblich rauchen darf, weil es die Eltern auch tun, dieses in der Schule aber selbstverständlich verboten ist und sanktioniert werden muss, ziehen beide Seiten nicht am selben Strang und Erziehung behindert sich gegenseitig. Wenn die Schülerin der Oberstufe jeden Morgen mit dem SUV bis vor die Schultür gefahren wird, vergessene Sportutensilien selbstverständlich von der Mutter hinterhergefahren werden, wird Erziehungsarbeit, die zu Eigenverantwortung führen soll, konterkariert. 

Daraus ein eigenes Fach konstruieren zu wollen hieße, zuerst einen eklatanten Mangel festzustellen, der anders nicht aufgefangen werden kann. Falls dies so wäre, müsste man viel früher und nicht erst in der Schule ansetzen. Also doch der „Elternführerschein“?

Neben diesen wichtigen Themen stellt sich die Diskussion über die seit dem 25. Mai gültige Datenschutzgrundverordnung fast als Scheinriese dar. Wir werden zurzeit als Privatpersonen mit einer Unmenge an Informationsschriften überflutet, in denen Firmen uns über unsere Rechte aufklären und um Zustimmung bitten, weiterhin unsere Daten verarbeiten zu dürfen. Auch die Schulen müssen als Behörde entsprechend reagieren und ihre Klientel über die Art und Weise, wie Daten verwendet und geschützt werden, aufklären. Das Recht auf informationelle Selbstbestimmung liegt dabei selbstverständlich bei dem „Datenspender“, dem auch das Recht zusteht, zu wissen, welche Daten über ihn oder sie erhoben wurden. Dies nutzen unsere Schülerinnen und Schüler inzwischen auch sehr eigenständig, sodass z.B. nicht alle Namen unseres diesjährigen Abiturjahrgangs in der Zeitung oder unseren schulinternen Veröffentlichungen dargestellt werden.

Das ebenso wichtige Thema der Unterrichtsversorgung ist in dieser Diskussion gerade ein wenig ins Abseits geraten. Dies mag daran liegen, dass für das kommende Schuljahr einige Schulformen, z.B. die Gymnasien, sehr gut versorgt worden sind und über andere noch keine belastbaren Informationen vorliegen. Das heißt im Klartext, dass alle Gymnasien in Niedersachsen mit weiteren Abordnungen an Grund-, Haupt-, Real- oder Oberschulen rechnen müssen, um einen Ausgleich der Unterrichtsversorgung zu erzielen. Dies ist zwar gelebte, aber auch verordnete Solidarität im besten Sinne. Sollten auch wir, das Gymnasium Alfeld, wieder Stunden abgeben müssen, werden wir dieser Anordnung selbstverständlich Folge leisten und nach jetzigem Stand können wir es uns auch leisten, denn unsere Unterrichtsversorgung für das kommende Schuljahr ist durchaus gut. Man darf allerdings nicht vergessen, dass für die betroffenen Kolleginnen und Kollegen durch die Abordnung zusätzliche Belastungen entstehen, die eigentlich von behördlicher Seite aufgefangen und kompensiert werden müssten. Letztendlich bleibt der schwarze Peter wieder bei den Schulleitungen, die als ausführendes Organ festlegen, wer mit wieviel Stunden abgeordnet werden soll. Im laufenden Schuljahr waren dies übrigens fünf Kolleg*Innen mit insgesamt gut 30 Stunden Unterricht, die betroffen waren. Zwei weitere unterrichten schon seit Längerem in der AMEOS-Klinik – auch diese Abordnung wird weiter bestehen.

In diesem Sinne werden wir uns kreativ den neuen Aufgaben stellen!

Ihr Michael Strohmeyer

 

 [1] Als Fußnote sei erlaubt, den Begriff der Offensive an sich in Frage zu stellen, denn er meint i.e.S. den planmäßigen kriegerischen Angriff. Dieser Begriff hat in pädagogischen Zusammenhängen keine Berechtigung und dient wohl nur der Zuspitzung und Emphase oder soll von eigenen Versäumnissen ablenken.

 

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