Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

die letzte Gesamtkonferenz hat die Beschlüsse des Schulvorstandes zum Fahrtenkonzept und der Nutzung digitaler Endgeräte mit wenigen Änderungen bestätigt, sodass sie Einzug in die Schulordnung erhalten werden. Die Schulordnung wird zudem an weiteren Stellen Änderungen erfahren, da auch der Datenschutz und andere neue rechtliche Vorgaben eingearbeitet werden müssen. Auch dies sind wiederum in erster Instanz Aufgaben für den Schulvorstand am Gymnasium Alfeld, die nicht in einer Sitzung zu lösen sein werden und in die die Gesamtkonferenz zwecks Herstellung des Benehmens zeitnah eingebunden wird.

Die Arbeitsergebnisse der SchiLf (Schulinterne Lehrerfortbildung) am 15.10.2018 bieten für die Weiterarbeit in kleinen Gruppen eine gute Grundlage und sie werden auch dem Eltern- und Schülerrat zugehen. Auch diese beiden Gremien sind grundsätzlich aufgerufen, nach Möglichkeit während der nächsten SchiLf oder auch bis zu dieser in den einzelnen Arbeitsgruppen mitzuarbeiten und ihre Ideen einzubringen. Am 04.02.2019 ist während der nächsten SchiLf Gelegenheit, an diesen Themen weiterzuarbeiten für die Fraktion der Lehrer/innen steht zusätzlich die Erstellung der schulischen Curricula für die Qualifikationsphase nach G9 auf dem Plan.

Die Umstellung auf G9 wird auch eine spürbare Erweiterung des Konzepts zur Beruflichen Orientierung (BO) zur Folge haben. Zukünftig sollen unserer Schüler/innen bis einschließlich der Klasse 11 (Einführungsphase) mindestens 25 Tage beruflicher Orientierung nutzen, um eine sichere Berufswahl treffen zu können. Zu diesen 25 Tagen zählen das Praktikum in Jahrgang 11 und die Teilnahme am Zukunftstag, weitere Bausteine und Angebote werden sich anschließen.

25 Tage außerhalb von Schule klingt erst einmal nach verordnetem Unterrichtsausfall und mag die Befürworter von 100%igem Regelunterricht auf den Plan rufen, vor allem, wenn man berücksichtigt, dass die Abiturergebnisse in basalen Fächern wie Mathematik und Deutsch in den letzten Jahren in Niedersachsen einen Abwärtstrend erfahren haben und grundsätzlich möglichst wenig Unterricht ausfallen sollte.

Die Anzahl von 25 Tagen relativiert sich allerdings, wenn man sie auf die betroffenen Jahrgänge 7-11 bezieht und das vorgeschriebene Praktikum berücksichtigt. Letztendlich bleiben also noch 10 weitere Tage, die in den o.g. Jahrgängen sinnvoll eingesetzt werden müssen, rechnerisch also zwei pro Schuljahr. Eine weit größere Aufgabe wird die Umsetzung eines, wiederum vorgeschriebenen, Kompetenzfeststellungsverfahrens im Rahmen der Beruflichen Orientierung sein. Wir haben in diesem Umfeld vor einem Jahr in einem Pilotprojekt den gesamten Jahrgang 9 durch die Stiftung Bildung Handwerk (SBH) geschult und verfügen somit immerhin über hinreichende, durchaus positive Erfahrungen. An Real-, Haupt- und Oberschulen ist dieses Verfahren übrigens schon seit Jahren implementiert – und das bei einer Schulzeit, die nach Klasse 10 endet! Wir können und sollten also mehr gespannt als pessimistisch die Erweiterung des BO-Konzeptes am Gymnasium betrachten und dieses kreativ mit den anderen weiterführenden Schulen, Betrieben und Firmen in unserem Einzugsgebiet ausgestalten. 

Das Kultusministerium steuert dem oben genannten Abwärtstrend in einigen Abiturfächern übrigens durch zwei wirksame Maßnahmen entgegen. Zum einen sind die basalen Fächer wie Mathematik und Deutsch mit einem größeren Stundenkontingent in der Stundentafel verankert worden. Zum anderen werden besonders Gymnasien umfassend mit weiteren Stellen versorgt. So durften auch wir im aktuellen Einstellungsverfahren drei Stellen ausschreiben und werden diese in den nächsten Tagen besetzen. Damit wird es uns gelingen, die besonders benötigten Fächer wie Mathematik, Musik und Werte und Normen für das neue Halbjahr zu stärken und uns langfristig für die Umstellung auf G9 zu wappnen.

In diesem Sinne,

Ihr Michael Strohmeyer


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