Liebe Schulgemeinschaft,

der Übergang ins zweite Halbjahr ist vollzogen und man könnte sagen: geglückt. In einigen Lerngruppen hat es Umbesetzungen geben müssen, über diese sind die Betroffenen informiert worden. Einige mögen dies als misslich empfinden, aber wir können festhalten, dass es gelungen ist, keinen weiteren Unterricht zu kürzen und einen tragfähigen Stundenplan zu erstellen.

Die Aufmacher der Tageszeitungen sind in diesen Tagen beherrscht vom Thema der Bildungspolitik und der neue Kultusminister hat sich einige Male zu Wort melden müssen. Das leidige Thema der Abordnungen hat uns wie mehrfach berichtet auch betroffen und ist zum zweiten Halbjahr planerisch umgesetzt. Einige Kolleginnen werden an der Grundschule Delligsen, einige an der Hauptschule in Alfeld eingesetzt. Dass uns diese Stunden fehlen, ist nicht schönzureden, auch wenn sich die Niedersächsische Landesschulbehörde große Mühe gegeben hat, uns mit zusätzlichen Stellen und Feuerwehrlehrern auszustatten. In diesem Zuge ist es uns gelungen, den Vertrag einer Feuerwehrlehrerin zu verlängern, alle weiteren drei sind zum 1.2.2018 erst einmal ausgelaufen.

Die Möglichkeiten der Feuerwehrverträge sind durchaus vielfältig. Wir haben am Gymnasium Alfeld bisher erfolgreich Pensionäre, Quereinsteiger und Masterstudierende eingesetzt. Weiterhin auch Kolleginnen und Kollegen mit zweitem Staatsexamen, die bisher keine Festanstellung eingegangen sind. Wir werden diesen Weg auch weiterhin kreativ beschreiten, auch wenn er aufwändig ist und viele Kräfte bindet. Denn auch für Feuerwehrlehre/innen ist ein Bewerbungsverfahren  vorgeschrieben, müssen der Schulpersonalrat und die Gleichstellungsbeauftragte beteiligt werden. Es sind Auswahlvermerke und Protokolle zu schreiben, Führungszeugnisse zu beantragen und Vereidigungen vorzunehmen. Und man stellt immer wieder fest, dass es für eine Schule im ländlichen Raum deutlich mühsamer ist, Interessenten zu finden, denn die Anfahrt muss sich lohnen und der Aufwand zu organisieren sein.

Aber es gelingt! Es ist in der Vergangenheit gelungen und wird auch zukünftig ein probates Mittel sein, die Unterrichtsversorgung am Gymnasium Alfeld kurzfristig zu sichern und für fachlich angemessenen Unterricht zu sorgen.

Es muss die Frage erlaubt sein, wieso dies Grundschulen nicht gelingen soll, sodass 750 Lehrer/innen an diese abgeordnet werden müssen und an ihren Stammschulen Löcher reißen, die dort wiederum kreativ gestopft werden müssen. Neue Stundenpläne müssen erstellt und mit denen von der Abordnung betroffenen Schulen abgeglichen werden. Wechselzeiten müssen eingeplant, entsprechende Entlastungen vorgesehen werden. Kolleginnen und Kollegen müssen sich in ein neues Kollegium und ggf. in weitere, nicht studierte Fächer einarbeiten. Dafür geben sie an ihrer Stammschule Lerngruppen ab, die dort wiederum neu besetzt werden müssen.

Wir drehen uns im Kreis und betreiben ein Karussell der Lehrerverschickung, das für Unruhe sorgt, zusätzliche Kosten verursacht und pädagogisch nicht zu verantworten ist. Es darf nur eine zeitlich begrenzte Notlösung sein, denn auch Solidarität hat ihre Grenzen und jede Schulleiterin und jeder Schulleiter ist in erster Linie der eigenen Schule verpflichtet. 

Da der Kultusminister auch für das kommende Schuljahr Abordnungen an Grundschulen nicht ausschließen konnte, muss die Lösung erst einmal heißen, für die eigene Unterrichtsversorgung Sorge zu tragen. Sei es über Neueinstellungen oder Versetzungen: Wir werden weiterhin alles daran setzen, Stellen an unsere Schule zu  bekommen und diese adäquat zu besetzen. Dies kann übergangsweise zu einem fachlichen Mangel oder auch  Überhang führen – es gibt z.B. zurzeit kaum Musik- und Kunstlehrer/innen, die wir einstellen könnten – wird aber langfristig eine Strategie sein, Unterrichtskürzungen erfolgreich zu vermeiden.

Geduld ist also weiterhin gefragt, auch wenn diese zurzeit über die Maßen strapaziert wird und der Bereich der Schulorganisation enorme Kräfte bindet. Ereignisreich war dies Jahr bereits, nun muss es nur noch erfolgreich gestaltet werden.

Die Zeit für Visionen wird wieder kommen.

Ihr Michael Strohmeyer


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